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KriPoZ.de ist mehr als eine kriminalpolitische Online-Zeitschrift. Es ist ein kriminalpolitisches Portal, das Gesetzesentwürfe und Stellungnahmen für Sie bereitstellt. Redaktionelle Kurzbeiträge zu einzelnen Gesetzesvorhaben erleichtern den thematischen Einstieg. Daneben erscheint im zweimonatigen Turnus die wissenschaftliche Kriminalpolitische Zeitschrift KriPoZ.
Das Besondere an unserer Homepage ist, dass Sie sich aktiv am kriminalpolitischen Diskurs beteiligen können. So können Sie Kommentare zu den einzelnen Gesetzesentwürfen und Stellungnahmen verfassen und sich zu den wissenschaftlichen Beiträgen unserer Kriminalpolitischen Zeitschrift äußern. Dadurch wird es möglich, die wissenschaftliche Debatte rund um kriminalpolitische Themen dieser Zeit tagesaktuell zu halten und den Austausch der Argumente und Positionen zu beschleunigen. Die Kommentierung von Aufsätzen in der KriPoZ wird Ihnen durch den Link KriPoZ online auf der rechten Seite der Homepage ermöglicht, der Sie direkt zu der HTML-Version der Zeitschrift führt. Daneben haben Sie die Möglichkeit, die Zeitschrift als PDF-Download auf Ihrem Rechner zu speichern.
 

 

+++++ AKTUELLE MELDUNGEN +++++

+++ Juli +++

03. Juli 2020: NRW bringt Gesetzesantrag zum besseren Schutz von Kindern und schutz- oder wehrlosen Personen im Sexualstrafrecht in den Bundesrat ein

03. Juli 2020: Baden-Württemberg bringt Maßnahmenpaket zum Kinderschutz in den Bundesrat ein

03. Juli 2020: Bundesrat will Einsatz von Videokonferenztechnik bei der Anhörung von Verurteilten ausweiten

03. Juli 2020: Bundesrat bringt Gesetzentwurf zur Effektivierung des Bußgeldverfahrens in den Bundestag ein

03. Juli 2020: Bundesrat billigt Gesetz zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Hasskriminalität

03. Juli 2020: Baden-Württemberg möchte Führungsaufsicht stärken 

03. Juli 2020: Bundesrat stimmt für Antrag zur Erhöhung der Sicherheit im Bahn-, Schiffs- und Straßenverkehr

03. Juli 2020: Bundesrat billigt Gesetz zur Errichtung einer Europäischen Staatsanwaltschaft

03. Juli 2020: Landesinitiative zur Anpassung der Urteilsverkündungsfrist an die Unterbrechungsfrist der Hautverhandlung 

01. Juli 2020: BMJV veröffentlicht Reformpaket zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder 

+++ Juni +++

24. Juni 2020: Gesetzentwurf für strafrechtlichen Schutz bei Verunglimpfung der Europäischen Union und ihrer Symbole in Kraft getreten

18. Juni 2020: Bundestag beschließt Gesetz zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Hasskriminalität 

18. Juni 2020: Erste Beratung zur Modernisierung des Schriftenbegriffs

17. Juni 2020: Öffentliche Anhörung im Rechtsausschuss zur geplanten Änderung des NetzDG

16. Juni 2020: Bundeskabinett beschließt Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Integrität in der Wirtschaft

15. Juni 2020: Bundesregierung bringt Entwurf zur Änderung des Gesetzes über die internationale Rechtshilfe in Strafsachen in den Bundestag ein

05. Juni 2020: Bundesrat billigt Gesetz für strafrechtlichen Schutz bei Verunglimpfung der Europäischen Union und ihrer Symbole

05. Juni 2020: Bundesrat stimmt Verbot von Konversionstherapien zu 

05. Juni 2020: Die Länder NRW und Bayern möchten Sicherheit im Bahn-, Schiffs-, Luft- und Straßenverkehr erhöhen

05. Juni 2020: Länderinitiative aus Niedersachsen zur Intensivierung des Einsatzes von Videokonferenztechnik in gerichtlichen Verfahren bei der Anhörung von Verurteilten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reformpaket zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder

Gesetzentwürfe: 

 

Am 1. Juli 2020 hat das BMJV ein Reformpaket zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder auf den Weg gebracht. 

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht erklärte dazu: „Mit den erschütternden sexualisierten Gewalttaten, die in den letzten Wochen aufgedeckt wurden, wurde Kindern unermessliches Leid zugefügt. Ihr Vertrauen, sicher und geborgen leben zu können, wurde auf das Schlimmste verletzt. Angesichts der Dimension dieser systematisch organisierten Gräueltaten müssen wir ein ganz klares Signal aussenden, dass der Schutz unserer Kinder oberste Priorität hat und die Täter mit aller Konsequenz verfolgt und bestraft werden.

Kein Täter darf sich vor Entdeckung sicher fühlen. Der Verfolgungsdruck muss deshalb massiv erhöht werden. Das schreckliche Unrecht dieser Taten muss auch im Strafmaß zum Ausdruck kommen. Ich will, dass sexualisierte Gewalt gegen Kinder ohne Wenn und Aber ein Verbrechen ist. Gleiches gilt für Kinderpornografie, mit der diese widerlichen Taten gefilmt und verbreitet werden. Wer mit der Grausamkeit gegen Kinder Geschäfte macht, soll künftig mit bis zu 15 Jahren Haft bestraft werden können.

Gleichzeitig müssen wir die Prävention stärken. Wir brauchen höhere Wachsamkeit und Sensibilität für Kinder, die gefährdet sind oder Opfer von sexualisierter Gewalt wurden. Wichtige Qualifikationen für Familien- und Jugendrichter, Jugendstaatsanwälte und Verfahrensbeistände werden wir gesetzlich festschreiben.

Neben meinen heutigen Vorschlägen steht ein Vorhaben weiter ganz oben auf der Agenda: Wer es mit dem Schutz von Kindern ernst meint, muss die Kinderrechte im Grundgesetz verankern. Bei jedem staatlichen Handeln muss das Kindeswohl im Blick sein. Jedem Kind muss zugehört werden. Jeder Anhaltspunkt für eine Gefährdung eines Kindes muss ernst genommen werden. Das würden die Kinderrechte im Grundgesetz verdeutlichen. Im Interesse der Kinder müssen wir über meinen Vorschlag endlich in Bundestag und Bundesrat beraten.“

Das Maßnahmenpaket enthält unter anderem folgende Punkte: 

  • Der Begriff „sexueller Missbrauch von Kindern“ in den §§ 176 bis 176b StGB soll durch „Sexualisierte Gewalt gegen Kinder“ ersetzt werden. 
  • Der Grundtatbestand des Kindesmissbrauchs soll ein Verbrechen werden und mit Freiheitsstrafe von einem bis zu 15 Jahren bestraft werden. 
  • Taten ohne Körperkontakt erhalten einen eigenen Tatbestand mit einem Strafrahmen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe.
  • Der „minder schwere Fall“ des § 176a StGB wird gestrichen.
  • Die Verbreitung von Kinderpornografie soll ein Verbrechen werden und mit einer Freiheitsstrafe von einem bis zu 10 Jahren bestraft werden. Der Besitz und das Besitzverschaffen sollen mit einer Freiheitsstrafen von einem bis zu 5 Jahren betraft werden. Das gewerbs- oder bandenmäßige Handeln soll künftig mit Freiheitsstrafe von 2 bis 15 Jahren geahndet werden können.
  • Der sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen soll tatbestandsmäßig um Tathandlungen mit oder vor Dritten erweitert werden.
  • Ähnlich wie bei der Versuchsstrafbarkeit des Cybergrooming, soll das Vorzeigen pornografischer Inhalte eine Versuchsstrafbarkeit für die Fälle erfahren, in denen der Täter irrig glaubt, mit einem Kind zu kommunizieren, in Wahrheit aber mit einem Elternteil oder Polizeibeamten in Kontakt steht. 
  • Für Familienrichterinnen und Familienrichter sollen spezifische Eingangsqualifikationen vorgeschrieben werden, ebenso sollen besondere Qualifikationsanforderungen für Jugendrichterinnen und Jugendrichter sowie Jugendstaatsanwältinnen und Jugendstaatsanwälte für den Umgang mit kindlichen Zeugen eingeführt werden. 
  • Gleiches gilt für die Verfahrensbeistände, die „Anwälte des Kindes“ im Verfahren sind. 
  • Wie bereits im Bundesrat diskutiert, sollen die Fristen für die Aufnahme von bestimmten Verurteilungen in das erweiterte Führungszeugnis sowie für die Tilgung dieser Eintragungen im Bundeszentralregister verlängert werden. 
  • Die Anordnung von Untersuchungshaft soll in besonders schweren Fällen auch ohne Haftgrund nach § 112 Absatz 2 StPO (Flucht- oder Verdunkelungsgefahr) möglich sein. 

 

 

 

 

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